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Informationen und Texte vom Pfarrer unserer Pfarrgemeinde "St. Marien, Salzgitter"
Pfarrer Michael Maßmann
„Die Jecken haben Glück“ und „Dinge des Alltags können doch immer wieder zu Bildern für das geistliche Leben werden“ dachte ich mir, als ich am vergangenen Donnerstag den Salzgitterteil unserer Tageszeitung aufschlug.
Für die Jecken freue ich mich, dass sie am Rosenmontag den Pavillon auf unserem Badenser Marktplatz trotz seiner anscheinend morschen Balken nutzen können. Zugleich hoffe ich, dass der Pavillon rechtzeitig genug wieder instandgesetzt ist, damit wir ihn auch für den ökumenischen Pfingstgottesdienst und unseren Fronleichnamsgottesdienst zur Verfügung haben.
Im Blick auf unser geistliches Leben passt mir die Meldung gerade zu unserer vorösterlichen Bußzeit, die am kommenden Mittwoch beginnt.
Wohl jeder von uns bringt seinen Alltag in irgendeiner Form unter Dach und Fach – um es einmal mit dieser Redewendung aus der Zeit des verbreiteten Fachwerkbaus zu benennen. Man richtet sich irgendwie in seinem Alltag ein. Wenn man dann mit anderen Dingen beschäftigt ist, kann man mit der Zeit den Blick für die eigene Wohnungseinrichtung verlieren. Die Fastenzeit lädt uns ein, unser Lebenshaus wieder einmal ordentlich zu inspizieren. Sie kann uns sagen: „Sieh dir einmal gründlich die Balken an, die dein Lebenshaus zusammenhalten und tragen. Gibt es da Stellen in deinem Gebälk, die morsch geworden sind und ausgebessert werden müssen?“ Eine solche morsche Stelle kann z.B. eine vernachlässigte Beziehung zu Gott sein, ein immer mehr zurückgegangenes Gebetsleben. Ebenso kann es eine mitmenschliche Beziehung sein, in der – vielleicht seit längerer Zeit – der Wurm drinsteckt. Oder es ist ein abgrundtiefes Gefühl eigener Wertlosigkeit, weil man einfach nicht wahrhaben kann oder will, wie sehr man allein schon von Gott geliebt ist.
Der Mensch, der so anfängt seine eigenen morschen Stellen zu entdecken und sich selbst einzugestehen, hat zugleich die Voraussetzung geschaffen, diese Stellen auch ausbessern zu lassen bzw. selber auszubessern. Es geht darum in innerer Freiheit den Weg zu Gott, zum Mitmenschen und zu sich selbst neu zu finden oder ihn überhaupt erst zu entdecken.
Genießen Sie also erst einmal die „drei tollen Tage“! Und dann wünsche ich Ihnen, dass Ihr Lebenshaus nicht erst zu Pfingsten oder zu Fronleichnam, sondern bereits zu Ostern stabil auf allen Pfeilern steht.
Ihr Pfarrer
Michael Maßmann
(Aus dem Wochenblatt der Pfarrgemeinde St. Marien Nr. 07/2012)