Beleuchtet!

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Hier finden Sie Erläuterungen und Hintergründe zu jeweils aktuellen Themen und wichtigen Ereignissen des Kirchenjahrs.

Stichwort: Palmsonntag

Sonntag vor Ostern und Beginn der Karwoche. Feier des Einzugs Jesu in Jerusalem, bei dem er vom Volk als der erwartete Messias und König Israels begrüßt wurde mit Hosanna-Rufen, Kleidern, die vor ihm auf dem Weg ausgebreitet wurden, und mit dem Schwenken von Palmwedeln (vgl. u. a. Joh 12,12–19).

Daher rührt der Name Palm-Sonntag. Der Wortgottesdienst am Palmsonntag hat zwei Höhepunkte. An seinem Beginn steht die Segnung der Palmzweige, in unseren Breiten in der Regel Buchsbaumzweige, und die Lesung des Evangeliums vom Einzug in Jerusalem. Dem folgt die Prozession in die Kirche, die von Gesängen begleitet wird. In der Kirche folgt nun der gewohnte Ablauf des Gottesdienstes. Als Evangelium wird die Passion nach dem Evangelisten des entsprechenden Lesejahres gelesen. Dadurch wird der Palmsonntag als Eröffnung der Heiligen Woche hervorgehoben.

Die liturgische Farbe ist ebenso wie am Karfreitag rot. Vielerorts ist es üblich, dass die Kinder besonders geschmückte Palmbüschel vorbereiten. Die geweihten Zweige werden von den Mitfeiernden mit nach Hause genommen, um dort die Kreuze zu schmücken und auf diese Weise zu verehren.

aus: Albert Urban/Marion Bexten, Kleines Liturgisches Wörterbuch, Verlag Herder

 

 

Karwoche

Wie das Christentum zur Karwoche kommt

Begriff „Karwoche“

Der Begriff Karwoche leitet sich von althochdeutsch "kara", Sorge, Kummer her. Das Messbuch und das Stundenbuch sprechen auch von Heiliger Woche. In der langen Geschichte der Liturgie wurde sie auch Große bzw. Hohe Woche genannt. Zu jeder Zeit handelte es sich dabei um die Zeit zwischen Palm- und Ostersonntag. Nach dem 2. Vatikanischen Konzil wurde das Ostertriduum, die Zeit zwischen dem Abend des Gründonnerstag bis zum Beginn der Osternacht, von der Karwoche abgetrennt. Die Karwoche als liturgische Zeiteinheit endet seither vor der Abendmahlsmesse des Gründonnerstags. Dennoch versteht man allgemein unter Karwoche die ganze Woche vor Ostern.

Entstehung

Die Entstehung der Karwoche ist im 3. Jahrhundert anzusiedeln. Das Paschafasten diente der Vorbereitung auf das frühchristliche Paschafest und dauerte zwischen einem Tag und einer Woche. Der Feiergehalt der Osternacht wurde später in zwei Blöcke aufgeteilt. So entstand einerseits das Ostertriduum. Andererseits wurde die Thematisierung der biblischen Leidensereignisse auf die Woche vor Ostern aufgeteilt. Der anfängliche Charakter der Karwoche als Ostervorbereitung wurde von dem Gedenken der Leidensereignisse abgelöst.

Bedeutung

Die Bedeutung der Karwoche wird oftmals unterschätzt. Sie dient dem Gedächtnis des Leidens Christi, das mit seinem messianischen Einzug in Jerusalem beginnt und in der Chrisam-Messe besondere Bedeutung hat. Sie ist aber mehr als eine Hinführung zum Osterfest, sie bringt die zentrale Aussage des christlichen Glaubens zum Ausdruck: Gottes Sohn hat durch sein Sterben und seine Auferstehung den Tod besiegt und so den Menschen erlöst. In der Karwoche wird dem Leiden und Sterben Jesu Christi gedacht, in der Osterwoche die Auferstehung gefeiert. Beides gehört zusammen wie die Vorder- und Rückseite einer Medaille.

Georg Walser, Webmaster für www.erzbistum-muenchen.de