Beleuchtet!

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Auf dieser Seite finden Sie Erläuterungen und Hintergrundinformationen zu jeweils
aktuellen Anlässen und Feiertagen des Kirchenjahrs

Darstellung des Herrn

Weihnachtliches Fest, das aber außerhalb des Weihnachtsfestkreises am 2. Februar, also 40 Tage nach dem Hochfest Geburt des Herrn (25. Dezember) gefeiert wird. Der zeitliche Abstand kommt von dem jüdischen Gesetz, das das Reinigungsopfer derMutter 40 Tage nach der Geburt eines Jungen vorsah. Hinzu kam die Pflicht der Auslösung des Erstgeborenen durch ein Geldopfer: »Dann kam für sie der Tag der vom Gesetz des Mose vorgeschriebenen Reinigung. Sie brachten das Kind nach Jerusalem hinauf, um es dem Herrn zu weihen, gemäß dem Gesetz des Herrn, in dem es heißt: Jede männliche Erstgeburt soll dem Herrn geweiht sein. Auch wollten sie ihr Opfer darbringen, wie es das Gesetz des Herrn vorschreibt: ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben« (Lk 2, 22–24). Nur die römische Form dieses alten Festes kennt die Weihe (Segnung) von Kerzen, wovon die volkstümliche Bezeichnung »(Mariä) Lichtmess« herrührt.

aus: Albert Urban/Marion Bexten, Kleines Liturgisches Wörterbuch in Pfarrbriefservice

 

Wann endet für die Kirche Weihnachten?

Für die meisten Menschen ist Weihnachten am Abend des 26. Dezembers vorbei, wenn im Radio die Christmas-Popsongs schlagartig aufhören und die Vorbereitung auf den Jahreswechsel beginnt. Für Katholiken hingegen ist klar: Der Christbaum bleibt so lange im Haus, wie es nur geht, schließlich dauert die Weihnachtszeit noch viel länger. Mindestens bis die Sternsinger da waren – oder gar bis zum 2. Februar mit "Maria Lichtmess"?

Vielerorts werden in Kirchen und Haushalten erst an Lichtmess die Krippen im Keller verstaut und die Weihnachtsbäume entsorgt. Und im Gotteshaus wird es noch einmal festlich, wenn mit brennenden Lichtern in die Kirche eingezogen wird. Es ist deshalb verständlich, dass so mancher den 2. Februar mit seiner Symbolik für das Ende der Weihnachtszeit hält. Und das obwohl vielen nicht klar ist, was an dem Fest gefeiert wird, das zudem auch unter drei verschiedenen Namen bekannt ist: neben Lichtmess wird es auch "Darstellung des Herrn" und "Mariä Reinigung" genannt.

"Es ist ja auch ein Fest mit weihnachtlichen Motiven und weihnachtlicher Thematik", erklärt Benjamin Leven, Chefredakteur der Fachzeitschrift "Gottesdienst". Am 40. Tag nach der Geburt Jesu brachten Maria und Josef ihren erstgeborenen Sohn nach jüdischer Vorschrift in den Tempel. Bis dahin galt Maria nach der Geburt als "unrein" – weshalb das Fest bis zur Liturgiereform 1969 den für Missverständnisse anfälligen Namen "Mariä Reinigung" trug.

Dabei geht es bei dem Fest "Darstellung des Herrn" um die Stelle im 2. Kapitel des Lukasevangeliums, in der Jesus im Tempel von den greisen Propheten Simeon und Hanna als Erlöser erkannt und bezeugt wurde. Für Simeon ist das Jesuskind "ein Licht, das die Heiden erleuchtet". Auf diesen Lobgesang des Propheten bezieht sich der Brauch, an dem Fest die Kerzen für das Jahr zu segnen und eine Lichtprozession durchzuführen – und daher kommt auch der Name "Lichtmess". Mit dem Bekenntnis zum Messias und dem Thema Licht sei dies ein Fest im Jahreskreis, das stark das Weihnachtsereignis in Erinnerung rufe, so Leven. Aber, so betont er, es gehört nicht zur Weihnachtszeit.

Das Kirchenjahr der katholischen Kirche unterteilt sich in drei große Perioden: den Weihnachtsfestkreis mit Advent und Weihnachtszeit, den Osterfestkreis und die Zeit im Jahreskreis. Eine genaue Auskunft zum Ende von Weihnachten bietet ein Blick ins römische Messbuch. Dort heißt es: "Die Weihnachtszeit reicht von der ersten Vesper der Geburt des Herrn bis zum Sonntag nach Erscheinung"

Agathe Lukassek auf katholisch.de

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