Beleuchtet!

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Hier finden Sie Erläuterungen und Hintergründe zu jeweils aktuellen Themen und wichtigen Ereignissen des Kirchenjahrs.

Stichwort: Pfingstnovene

Die Wochentage nach Christi Himmelfahrt bis zum Samstag vor Pfingsten bereiten auf die Herabkunft des Heiligen Geistes vor. Sie haben eigene Messformulare, die an die Verheißungen Christi über die Sendung des Heiligen Geistes erinnern. Auf diese Weise wird die in der Volksfrömmigkeit gewachsene Pfingstnovene auch in der offiziellen Liturgie beheimatet. Die Kirche schließt sich so den Jüngern Jesu an, die nach der Himmelfahrt ihres Herrn „einmütig im Gebet verharrten, zusammen mit den Frauen und mit Maria, der Mutter Jesu, und mit seinen Brüdern“ (Apg 1,14).

In den letzten Jahren hat Renovabis, die von den deutschen Bischöfen ins Leben gerufene „Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa“, die aus der Barockzeit stammende Tradition der Pfingstnovene wieder ins Leben gerufen. Nach dem Beispiel der Apostel und der Mutter Jesu beten Christen in den Tagen zwischen Himmelfahrt und Pfingsten um den Heiligen Geist und seine Gaben, vor allem um die Einheit unter den Christen. Das Gebetsheft von Renovabis zur Pfingstnovene kann bestellt werden unter www.renovabis.de/aktuell/pfingstaktion/pfingstnovene.

Richard Schleyer erschienen in: "Der Dom" - Kirchenzeitung des Erzbistums Paderborn,

Stichwort: Pfingsten

Fest zur biblisch berichteten Herabkunft des Heiligen Geistes. Sieben Wochen nach Ostern, zwischen dem 10. Mai und dem 13. Juni. Pessach oder Passah bezeichnete im Judentum den Anfang der Getreideernte, vgl. Ostern. Die erste Ernte (Gerste) wurde eingefahren und ein Teil davon am zweiten Festtag im Tempel geopfert. Die folgenden 49 Tage wurden gezählt und deshalb erhielt dieser Zeitraum den Namen Sefira (= Zählung, vgl. Lev 23,15f.). Der fünfzigste Tag war Schawuot, an dem die nächste Getreideernte (Weizen) stattfand. Nach Maimonides lag der Sinn der Tage vom Auszug in Ägypten bis zur Feier des Empfangs der Gesetze auf dem Berg Sinai darin, den Gläubigen zu zeigen, dass Befreiung aus Knechtschaft allein nicht viel bedeutet und dass Freiheit ohne Gesetz ein zweifelhafter Segen ist.

Das Wort "Pfingsten" entstand aus dem griechischen Wort "Pentecosta", der fünfzigste (Tag), denn das erste Pfingstfest wurde laut Apostelgeschichte am "Fest der (Weizen-) Ernte" fünfzig Tage nach dem österlichen Paschafest gefeiert. Durch den variablen Ostertermin variiert auch Pfingsten zwischen dem 10. Mai und 13. Juni.

Pfingsten ereignete sich durch die biblisch berichtete Herabkunft des Heiligen Geistes: das Pfingstwunder. Durch Feuerzungen sichtbar kam der Heilige Geist über die Jünger und bewirkte ihr Sprechen in vielen fremden Sprachen. Auch Pfingsten, wie dieses Fest bei den Christen nun heißt, ist - im übertragenen Sinn - ein Erntefest: Christi Ernte und die Gründung der Kirche. Als die Christen den Zeitpunkt des Osterfestes anders als die Juden berechneten, hielten sie an dem Fest fünfzig Tage nach Ostern fest, dem Pfingstfest, das wahrscheinlich schon in apostolischer Zeit gefeiert wurde.

© Dr.theol. Manfred Becker-Huberti, Köln, Quelle: www.festjahr.de

Dreifaltigkeitssonntag: Ein Fest für Gott in drei Personen

 

Der Sonntag nach Pfingsten wird von Katholiken und Protestanten als Dreifaltigkeitssonntag bzw. Trinitatis begangen. Der Tag heißt auch: dies trinitatis, dominica trinitatis, Pentecoste clausum, Salvatorstag, Trifeldicheit. Der Montag nach Trinitatis hieß in Westfalen Guter Montag.

Kein Ereignis aus dem Leben Jesu ist der Bezug, sondern die Glaubenslehre von der Seinsweise des einen Gottes in drei Personen. Dieses Ideenfest geht auf Auseinandersetzungen zurück, die in der Kirche mit dem Arianismus im 3. Jahrhundert begannen. Arius (ca. 280 - 336) hatte einen strengen Monotheismus gepredigt, der Christus, den Sohn Gottes, mit Gott nicht gleichstellte. In lange währenden Streitigkeiten unterlag der Arianismus. Die Kirche sah in Gottvater, dem Gottessohn Christus und dem Heiligen Geist drei verschiedenartige, aber gleichwertige Personen des einen Gottes. Ausgedrückt wird dies u. a. durch die Schlussformel (Konklusion) der Gebete, die seit der Liturgiereform lautet: Durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

In manchen Landesteilen heißt dieser Sonntag auch Güldensonntag oder Goldener Sonntag, denn an diesem Tag oder dieser Nacht soll die "goldene Wunderblume" mit magischer Kraft erblühen.

Dr.theol. Manfred Becker-Huberti, www.festjahr.de