Beleuchtet!

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Auf dieser Seite finden Sie Erläuterungen und Hintergrundinformationen zu jeweils
aktuellen Anlässen und Feiertagen des Kirchenjahrs

Innenansicht der St. Marienkirche, Salzgitter-Bad in den Jahren 1953 bis 1972. Das große Fresco im Chor stellt die Aufnahme Mariens in den Himmel dar. (Zur Vergrößerung bitte das Bild anklicken)

Stichwort: Mariä Himmelfahrt (15. August) - unser Patronatsfest

Hinter dem Begriff „Mariä Himmelfahrt“ verbirgt sich theologisch korrekt gesprochen das Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel. „Gott selber nimmt Maria in den Himmel auf. Der Begriff des Himmels ist aber nicht räumlich, sondern theologisch zu sehen. Himmel heißt hier: bei Gott sein. Das menschliche Leben reicht, weil es in Gott geborgen und getragen ist, hinein in das Geheimnis Gottes über den Tod hinaus“, sagt der Würzburger Pastoraltheologe Professor Dr. Erich Garhammer. Die leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel wurde im Jahr 1950 zum Dogma erklärt. Der Tiefenpsychologe Carl Gustav Jung bezeichnete das Fest als „eine geniale Antwort der Kirche auf das weit verbreitete Lebensgefühl des Nihilismus.“ In der Ostkirche sind Ikonen mit Darstellungen des Todes Mariens verbreitet: Die Apostel stehen um das Sterbebett, im Hintergrund hält Jesus die Seele seiner Mutter in der Hand. Die Botschaft: Der Tod beendet das Leben nicht. Deswegen hängt ein solches Bild im Ausgang jedes Gotteshauses der Ostkirche.

Kräuterweihe

Traditionell mit dem Hochfest verbunden ist der Brauch der Kräuterweihe, der bis in die vorchristliche Zeit zurückgeht. Schon die Ägypter, Griechen, Römer und die germanischen Völker kannten die Heilkraft bestimmter Pflanzen. Im Mittelalter wurde der Brauch christianisiert, indem die Wirkung der Gewächse auf Gott und die Fürsprache Marias zurückgeführt wurde. Die frühesten Belege stammen aus dem 10. Jahrhundert. Die christliche Legende, die der Kräuterweihe zu Grunde liegt, dreht sich um die Himmelfahrt Marias: Als die Apostel nach drei Tagen das Grab der Mutter Gottes öffneten, fanden sie statt des Leichnams duftende Blumen und Kräuter darin.

„Frauendreißiger“

Zu Mariä Himmelfahrt beginnt der „Frauendreißiger“, der bis zum Fest Mariä Geburt am 8. September beziehungsweise bis Mariä Schmerzen am 15. September gezählt wird. In dieser Zeit sind die hiesigen Kräuter voll ausgereift. Auch die teils darin vorhandenen Gifte sollen ihre Schärfe verloren haben. Auch dieses christliche Brauchtum lässt sich auf das Fasten der Germanen vor den Erntefesten zurückführen.

Quelle: Pressedienst des Ordinariats Würzburg, POW

 

Hintergründiges zum Fest Mariä Himmelfahrt

Seit dem 7. Jahrhundert ein Festtag Schon vor dem Konzil von Chalkedon im Jahr 451 war in der Ostkirche die Feier der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel, das Fest Mariä Himmelfahrt bzw. In Assumptione Beatae Mariae Virginis in Gebrauch. Mindestens seit dem 7. Jahrhundert hat die Westkirche dieses Fest am 15. August übernommen. Es wird heute als Hochfest Maria Aufnahme in den Himmel gefeiert und hat durch die am 1. November 1950 durch Papst Pius XII. erfolgte Dogmatisierung der Aufnahme Mariens mit Leib und Seele in den Himmel einen starken Akzent erhalten.

Dr.theol. Manfred Becker-Huberti, Köln

 

Aufnahme Mariens in den Himmel wird klar unterschieden von Christi Himmelfahrt

Auch wenn volkstümlich im Deutschen oft der Ausdruck Mariä Himmelfahrt gebräuchlich ist, wird die Aufnahme Mariens in den Himmel theologisch klar unterschieden von Christi Himmelfahrt. In vielen Sprachen werden auch zwei verschiedene Wörter benutzt, z.B. im lateinischen: Ascensio Christi, aber Assumptio Mariae. So soll der Mensch Maria vom Sohn Gottes deutlich unterschieden werden.

Das Fest hat auch den schon früher bezeugten Namen Dormitio Mariae (lat.), Koimesis (griech.) oder Mariä Entschlafung; in der orthodoxen Kirche, die die leibliche Aufnahme Mariens nicht dogmatisiert hat, wird ausschließlich diese Bezeichnung verwendet.

In der orthodoxen Kirche findet vor dem Fest der Entschlafung Mariens das zweiwöchige Marienfasten statt, in dem nach Möglichkeit auf Fleisch, Milchprodukte und (außer am Wochenende) auch auf Fisch verzichtet werden soll.

Nicht überall ein gesetzlicher Feiertag

Im Saarland ist Mariä Himmelfahrt ein gesetzlicher Feiertag, in Bayern nur in Gemeinden mit überwiegend katholischer Bevölkerung (bestimmt nach den Ergebnissen der Volkszählung von 1987). Auch in Österreich und mehreren anderen mehrheitlich katholischen Staaten ist Mariä Himmelfahrt ein Feiertag, in der Schweiz nur in den mehrheitlich katholischen Kantonen.

Quelle: Pfarrbriefservice  - Wikipedia

 

Stichwort: Namenstag/Patronatsfest

Der Namenstag eines Menschen ist der Gedenktag (meist der Todestag) des Heiligen, dessen Namen dieser Mensch trägt. Er war und ist weiterhin in manchen Gegenden (besonders katholischen) oft wichtiger als der eigene Geburtstag.

Im Zuge der Christianisierung der Völker außerhalb des alten Römerreiches wurden die sogenannten "christlichen Namen" zum unterscheidenden Kennzeichen und markierten die besondere Verbindung mit dem Apostel oder dem/der Märtyrer/in, dessen/deren Namen der/die Neugetaufte empfing. Der Gedenktag des Heiligen im Kalender der Kirche bekam für den Namensträger eine besondere Bedeutung (das eigene Geburtsdatum war dagegen oft gar nicht bekannt).

Im Mittelalter wurde bei der Taufe (überwiegend am Tag nach der Geburt) dem Täufling gerne der Name des 'Heiligen des Tages' gegeben. Das Taufdatum, zugleich Namenstag, wurde danach im Kirchenbuch eingetragen (also nicht das eigentliche Geburtsdatum). - Dies war zum Beispiel bei Martin Luther der 11. November (Martinstag) 1483. Die Bedeutung des Namenstages nahm in der katholischen Kirche unter gegenreformatorischem Akzent zu. Um sich von Protestanten abzuheben, sollten sich die katholischen Gläubigen regelmäßig und festlich einer innigen Verbindung mit dem jeweiligen heiligen Namenspatron vergewissern.

Da die Zahl der Heiligen größer ist als die Anzahl der Tage eines Jahres, sind einerseits zahlreiche Überschneidungen unvermeidlich; andererseits gibt es für viele Namen mehrere heilige Namensträger, die zur Auswahl stehen.

Der Namenstag einer Kirche und Pfarrgemeinde ist das Patronatsfest.

Quelle: Pfarrbriefservice  - Wikipedia www.wikipedia.de

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